Kreta – Höhlen-Tauchen und Schnorcheln
Tauchen in Kreta: schönes Unterwasser-Relief aber kaum Lebewesen.
Ein Highlight, auf das ich mich schon vor Reiseantritt gefreut hatte, war die kretische Unterwasserwelt.
Von meiner Basis aus – Agia Fotia, etwas östlich von Ierapetra, im Südosten der Insel – konnte ich bei bestem Sonnenwetter bereits prima vom Strand aus schnorcheln. Das Höhlen-Tauchen folgte dann ein paar Tage später. Was die Vielfalt unter Wasser anging, musste ich allerdings etwas enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass kaum Fische zu sehen waren. Einzelne Schwärme kleinerer Fische wie Gelbstriemen, Seenadeln und Mönchsfische ließen sich blicken, sowie vereinzelt mal ein Meerpfau, ein Butt, ein Oktopus oder ein Aal. Man musste sich unter Wasser halt eher an den kleinen Dingen erfreuen.
Vom Tauchen habe ich mir mehr und vor allem auch größere Fische erhofft und im nahegelegenen Hotel Oleandergarden drei Tauchgänge gebucht. Die ersten beiden Tauchgänge fanden statt in der Nähe von Pagia Ammos, gelegen an der Nordseite der dünnsten Stelle von Kreta. Die sehr magere Menge an Fischen und sonstigen Meerestieren war auch hier enttäuschend. Die tierischen Highlights dieser beiden Tauchgänge waren Unmengen von Feuerwürmern, ein paar Seesterne und eine riesige Steckmuschel. Während der erste Tauchgang von einem dumpfen Schlag durchkreuzt wurde (scheinbar waren Fischer in der Nähe, die mit Dynamit fischten) und von der Topographie eher eintönig daherkam, war der zweite schon fast ein richtiger Höhlen-Tauchgang: An mehreren Stellen sind wir durch Tunnel im Fels getaucht, in Schächten aufgestiegen und unter Überhängen entlanggetaucht – das war schon ziemlich spektakulär!
Der dritte Tauchgang fand am nächsten Tag am Long Beach in Koutsounari statt. Bei leichtem Wellengang ging es vom Strand aus ins Wasser und direkt hinab in ein UW-Gelände, das aussah wie ein Schweizer Käse: Viele kleinere Ausbuchtungen und Tunnel, die dem Tauchgang wiederum den Charakter des Höhlentauchens gaben und von uns durchtaucht wurden. Wieder ein super-spannende Unterwasser-Topographie, die spannender als die Fauna war. Immerhin konnten wir noch ein Triton-Horn und einen Drachenkopf sehen, große Fische oder Schwärme waren leider Fehlanzeige
Unterm Strich ist meine Meinung zum Tauchen vor Kreta zwiegespalten: Einerseits enttäuscht die UW-Fauna ganz mächtig, andererseits ist die Topographie wirklich sehr spannend.
Man fragt sich, ob das Mittelmeer vor einigen Jahren auch so fischleer war wie heute. Da bleibt zu hoffen, dass die Fischerei im Mittelmeer in Zukunft keine noch größeren Ausmaße annimmt, damit noch ein paar Fische erhalten bleiben…
