Ägypten – Tauchen in Blue Hole und Canyon bei Dahab
Im Roten Meer zählen die Tauchplätze ‘Canyon’, ‘Blue Hole’ und ‘The Islands’ zu den Top-Spots in der Nähe von Dahab, Ägypten.
Dass das Roten Meer mit zu den besten der Tauchgebieten der Welt gehört, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht verwunderlich ist es daher, dass man in Dahab, ca. eine Autostunde nördlich von Sharm El Sheik an der Ostseite der Sinai-Halbinsel gelegen, fast nur Touristen trifft, die sich entweder mit Schnorchel-Equipment oder in voller Tauch-Montur zum Wasser bewegen. Vor allem das Blue Hole und der Canyon sind weit über die Umgebung Dahabs hinaus bekannte und gefragte Tauch-Spots.
Insgesamt zehn Tauchgänge habe ich in Dahab und um Dahab herum im Februar 2010 gemacht. Abgesehen von vielen tollen Fischen hat mich die farbenprächtige Vielfalt an Korallen fasziniert: Bei sämtlichen Tauchgängen konnte ich Hart- und Weichkorallen in den verschiedensten Formen bewundern – von gigantischen Pilz- und Tischkorallen bis zu den bekannteren Salat- und Hirnkorallen.
Tauchtechnisch gesehen waren meine absoluten Highlights die drei Divesites ‘Blue Hole’, ‘The Canyon’ und ‘The Islands’:
- Blue Hole bei Dahab
Über einen schmalen Einstieg kamen wir direkt ins Blue Hole. Trotz weniger guter Sicht von ca. 15-20 Metern konnte man die Kesselform des Blue Hole gut erkennen. An der nord-östlichen Wand sind wir zu einer dem Einstieg gegenüber liegenden Öffnung des Blue Hole gelangt: bei ca. drei Metern Tiefe konnte man hier über eine mit unglaublich vielen und farbenprächtigen Korallen bedeckte Schwelle auf die Außenseite des Riffs tauchen. Dort gab es – auf Grund der besseren Lichtverhältnisse und dem reichhaltigeren Nahrungsangebot des offenen Golf von Aqaba – wesentlich mehr Korallen und Fische zu sehen als innerhalb des Blue Holes. Es gab neben der beschriebenen Schwelle nur noch einen Durchbruch bei ca. 60 Metern, der eine Verbindung zum offenen Meer darstellt.
Außer zahlreichen Schnorchlern, Sporttauchern und Tec-Divern nutzten während unseres Tauchgangs auch zwei Free-Diver das Deep Blue des Blue Hole, um sich entspannt in die Tiefe gleiten zu lassen. Respekt!
Viel schöner fand ich allerdings den zweiten Tauchgang am Blue Hole: Hier sind wir etwa 100 Meter nördlich vom vorigen Einstieg ins Wasser geklettert und in einem zum Meer hin offenen Kamin mit einem Durchmesser von etwa drei Metern ziemlich zügig 30 Meter geradeaus in die Tiefe gesunken. Wooow!
Von dieser Tiefe aus ging es dann langsam am Außenriff des Blue Hole zurück und stetig aufwärts. Über die bekannte Schwelle gelangten wir dann wieder ins Innere des Blue Hole und tauchten von dort an der Südwand des Kessels entlang wieder zurück zum Einstieg des ersten Tauchgangs. Ein abenteuerlicher und wirklich toller Tauchgang, der von der Begegnung mit einem kapitalen Napoleonfisch gekrönt wurde. - The Canyon bei Dahab
Dieser Tauchgang war ähnlich spektakulär wie der zweite Tauchgang am Blue Hole. Über eine Sandfläche mit vereinzelten Korallenblöcken ging es zum Canyon, einer bis zu 30 Meter tief abfallenden Schlucht mit einem Durchmesser von ca. drei Metern. Die Kante war schon von weitem zu sehen: Aufsteigende Blasen von Tauchern im Canyon bildeten einen Perlenvorhang, hinter dem es dann hinab in die Tiefe ging.
Am Grund des Canyons gab es eine kleine Sandfläche, auf der wir uns kurz niederknien und den atemraubenden Blick nach oben geniessen konnten (siehe Foto Dahab – The Canyon 01). Anschließend sind wir ein paar Meter in der Schlucht entlanggetaucht, um kurze Zeit später über die Sandfläche hinweg und zwischen Korallenblöcken hindurch wieder den Weg zurück zum Einstieg einzuschlagen. Hierbei konnten wir uns von Putzerfischen die Zähne reinigen lassen und beim Dekostop noch einen Krokodilfisch bewundern. - The Islands in Dahab
Direkt in Dahab, zwischen der Stadt und der Lagune, befand sich ein weiterer super Tauch-Spot: The Islands. Es handelte sich dabei um eine Art Unterwasser-Labyrinth: Zwischen meterhohen Säulen aus Korallen ging es hoch und runter, zwischen Korallenblöcken hindurch und über korallenbewachsenen Untergrund hinweg. Eine prima Gelegenheit die Tarierung mit der Atmung zu trainieren
. Einige Korallensäulen – so wurde uns erzählt – sind vor einigen Jahren bei einem Erdbeben abgebrochen, was die manchmal quer liegenden meterlangen Bruchstücke erklärte. Da Korallen nur langsam wachsen, konnte man sich also vorstellen, wie alt diese säulenartigen Korallen gewesen sein mussten, als sie abbrachen. Unterbrochen wurden die Korallenberge manchmal durch Sandflächen, sodass die Korallenansammlungen wie kleine Inseln wirkten und dem Spot ihren Namen gaben.
Bei diesem Tauchgang, der übrigens nicht tiefer als 16 Meter ging, konnten wir die von allen Tauchgängen größte Vielfalt an Fischen und Korallen auf engstem Raum erleben, was sicherlich mit der geringen Tiefe zusammenhing. Auch das Schnorcheln hat sich hier gelohnt. Der Weg bis zum Riff war zwar sehr flach und daher etwas mühselig, aber dafür wurde man mit tollen Eindrücken und spektakulären Fotomotiven belohnt.
Insgesamt kann ich Dahab als Tauchort ganz klar weiter empfehlen. Angesichts der äußerst netten und zuvorkommenden Bewohner von Dahab und dem riesigen Angebot an verschiedenen Tauch-Sites, kann man hier eine wirklich gute und entspannte Zeit verbringen. Nur wer am Schorcheln und Tauchen kein Interesse hat, ist mit anderen Orten sicherlich besser beraten, denn tolle Sandstrände zum Baden gibt es in Dahab nicht.
