Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray
28.08.2010Dorian Gray ist ein gut aussehender junger Mann der oberen Londoner Gesellschaft im viktorianischen England. Basil Hallward, ein Maler, erstellt mit großer Begeisterung Portraits von Dorian Gray, um seine eigenen Kunststil weiterzuentwickeln. Beim Malen eines dieser Portraits, bei dem auch Basils Freund Lord Henry Wotton zugegen ist, äußert Dorian Gray einen wahnsinnigen Wunsch: Er möchte, dass statt seiner selbst das Bildnis altern solle und er für immer so jung und schön bleiben möge wie er ist. Aus seinem Wunsch wird Wirklichkeit.
Von Lord Henry Wotton, einem geistreichen Dandy mit speziellen philosophischen und moralischen Ansichten, zu einem exzentrischen Leben mit ausschweifenden Abenteuern verführt, entdeckt Dorian Gray, dass das von Basil Hallward gemalte Bildnis sich tatsächlich verändert und seine Sünden nachzeichnet, während Gray selbst seine Jugend und Schönheit bewahrt. Gray beginnt ein Doppelleben zu führen, das einerseits in der vornehmen oberen Gesellschaft Londons stattfindet, zum anderen in Gesellschaftskreisen, die alles andere als vornehm und ehrwürdig gelten: Prostitution, Drogen, Diebstahl, Mord und Totschlag sind in diesen Kreisen gelebte Wirklichkeit. Dennoch verändert sich Dorian Gray nur innerlich – all seine Sünden sind nur seinem Portrait anzusehen.
Ebenso wie das Portrait als Spiegelbild seiner Seele zunehmend hässlicher wird, wächst mit der Zeit auch Dorian Grays Identitätsverlust. Als seine innere Wut in einem Mord gipfelt, ist der weitere Weg in die Katastrophe vorprogrammiert…
Oscar Wilde hat mit Dorian Gray eine Figur erschaffen, die für die spannende Verbindung zwischen Moral und Schönheit steht und damit die europäische Dekadenz verkörpert. Viele weitere Fragen aus den Bereichen Ethik und Philospohie werden in Oscar Wildes Roman beleuchtet und regen an diversen Stellen zum Nachdenken an. Wer weiterführende Informationen zu diesem interessanten Buch nachlesen möchte, findet im Wikipedia-Artikel zum Bildnis des Dorian Gray eine Menge Anhaltspunkte.
