Fusion Festival 2010 in Lärz
Jede Menge Musiker, Künstler und Artisten haben auf dem ehemaligen Militärflughafen Lärz zu ein paar erlebnis- und abwechslungsreichen Tagen und Nächten bei bestem Fusion-Wetter beigetragen.
Auch 2010 gab es wieder eine Riesenmenge an Musikern, DJs, Artisten und Künstlern, die die Fusion zu einem besonderen Event gemacht haben. Danke dafür!!
Als einer der ersten Donnerstag-Acts, die bleibende Eindrücke hinterlassen haben, kann hier sicherlich Atari Teenage Riot genannt werden. In brachialer Lautstärke kamen die elektronisch-punkigen Beats und Riffs extrem energiegeladen rüber und haben Lust auf Revolution gemacht. Auf der ATR-Website gibts übrigens auch ein kleines Video vom Fusion-Auftritt zu sehen. Volle Breitseite!
Richtig angenehm und locker kamen dagegen am Freitag Dubblestandart daher: Die Musiker aus dem Land, wo Milch und Honig fließen (Österreich), hat den Nachmittag mit äußerst entspanntem Vienna-Dub eingeläutet. Die einzigen Regentropfen des gesamten Festivals fielen während des Dubblestandart-Auftritts, was zur Erfrischung beitrug und der relaxten Atmosphäre keinerlei Abbruch tat. Das Album ‘Return From Planet Dub’ kann ich jedem ans Herz legen, der mal für ein paar Stündchen Entschleunigung praktizieren möchte! Tipp!
Auf dem Trancefloor ging es am Freitag Nachmittag angenehm sphärisch und entspannt von statten, Betty und DJ Pin aus Brasilien haben auf alle Fälle überzeugt und viele im Sonnenschein tanzende Menschen glücklich gemacht. ![]()
Dendemanns Auftritt am Freitag-Abend war wohl einer der Top-Acts und daher auf dem eher kleinen Roten Platz derart überfüllt, dass man sich stattdessen lieber etwas anderes angesehen / angehört hat.
Im Cabaret gab es ein buntes Programm, das durch seine enorme Vielfalt sicherlich bei niemandem Langeweile aufkommen ließ. Am Samstag Abend habe ich dort von einem Zauberer über eine extrem gelenkige Frau (sie hat sich mit den eigenen Füßen die Augen zugehalten – hintenrum!) bis zu einer trashigen HipHop-Band so einiges gesehen und viel geschmunzelt und gelacht. Wirklich toll!
Auch im Theater war es – ähnlich wie im Vorjahr – echt nett, obwohl mir die Vorstellung in diesem Jahr nicht so gut gefallen hat, wie die im letzten Jahr: Die Handlung war etwas undurchsichtig und verworren, aber die Akteure waren allesamt Meister ihres Fachs und fähige Akrobaten. So haben sich z.B. drei Personen übereinander gestellt oder einzelne Personen meterweit durch die Luft geworfen. Respekt!
Neben den musikalischen und artistischen Highlights gab es bei der Fusion 2010 auch ein paar neue Locations. Der Ort, wo früher die Bachstelzen waren, hieß nun Klein Kalkutta und hat die Bachstelzen auf einen etwas abgelegenen Floor im Wäldchen am Ende des Campingplatzes vertrieben (was auf Grund der 24-h-Dauerbeschallung nicht nicht bei allen Campern zu überschwenglicher Freude geführt hat). Außerdem wurde die Insel etwas ausgebaut und bestand nun aus zwei Theaterzelten, die verschiedene Programme dargeboten haben. Eine dritte neue Location war der Palast der Republik, der sich vom Luftschloss gesehen in Richtung Landebahn auf der asphaltierten Fläche befand.
Ein paar Dinge gab es aber, die die tolle Stimmung auf dem Festival ein bisschen getrübt haben:
Das eine ist die Zerstörung von Deko-Elementen. Ich find’s echt Kacke, wenn Leute meinen, sie könnten alles, was auf dem Fusion-Gelände rumsteht, gleich betatschen oder als Spielzeug benutzen. Viele Sachen gehen davon kaputt und zerstören die liebevoll zusammengebastelten Deko-Objekte. Aufgefallen ist mir das (wie im letzten Jahr) bei den grünen Straußen, auf denen man reiten konnte und bei dem mit Lasereffekten vollgepackten pyramidenartigen Zelt am Platz der Kosmonauten.
Eine andere Sache sind die Diebstähle auf dem Campingplatz. Einem Bekannten von mir wurde ein Fahrrad geklaut, bei einem anderen Bekannten wurden diverse Dinge plötzlich vermisst. Passiert ist all das in der Nacht auf Sonntag. Es hat den Anschein, als würden einige Leute gezielt rumlaufen, um auszukundschaften, wo man auf Beutezug gehen kann. Das ist eine echt asoziale Einstellung, die im Ferienkommunismus nix verloren hat!
Die tollsten Eindrücke auf der Fusion haben sich für mich in den beiden letzten Jahren immer schon am Mittwoch Abend ergeben. Im letzten Jahr war es eine kleine Hütte am Platz des Kosmonauten, in der ab Donnerstag DJs aufgelegt haben, ein bisschen getanzt wurde und ansonsten eher sowas wie Bar / Café stattfand. Am Mittwoch Abend war das alles noch nicht richtig fertig, sodass ein paar Leute hinterm DJ-Pult standen und quasi Karaoke aufgelegt haben: Der Sound kam aus der Konserve aber die Freaks hinterm DJ-Pult haben ihre Sache echt gut gemacht und die Party ordentlich angeheizt. Sehr geil! Ähnliches gab es in diesem Jahr in der Nähe vom Shower Tower: Dort wurden ab Donnerstag Performances in einem Raum gezeigt und mit zwei Kameras auf zwei Monitore nach draußen übertragen. Am Mittwoch Abend lief dort noch nichts außer einem Rap-Beat in Endlos-Schleife. Die Leute sind also in den Raum gegangen und haben zum Rap-Sound ordentlich rumgepost oder Sänger gespielt, was alles nach draußen übertragen wurde. Echt witzig!
Ob ich 2011 wieder dabei bin, weiß ich noch nicht. Irgendwie ist es immer supergeil, andererseits bin ich regelmäßig urlaubsreif nach der Fusion. Nur sooo viel Urlaub kann ich mir in der Regel nicht für die Fusion nehmen. ![]()
Mal sehen…






