Neues Organisationskonzept für Flohmarkt auf Münsters Promenade
Seit Mai 2010 wird der Flohmarkt auf der Promenade in Münster mit einem neuen Konzept organisiert. Inzwischen fallen auch für Privat-Verkäufer Standgebühren an, der Kampf um die besten Plätze wurde ins Internet verschoben.
Flohmarkt auf der Promenade in Münster und auf den Wiesen rundherum spielte sich für Hobby-Verkäufer in den letzten Jahren so ab:
Erstmal einer Gruppe anschließen, als Einzelperson hatte man keine Chance einen Platz zu bekommen. Eine Person – besser mehrere Personen – postierten sich ab Freitag Morgen an den beliebtesten Standflächen und markierten mit Tapeziertischen, Klappstühlen und anderen Dingen die ‘eigenen’ Plätze. Gegen Nachmittag stießen weitere Mitglieder der einzelnen Gruppen hinzu, es galt die Flächen der einzelnen Flohmarktstände zu verteidigen. Ab 18 – 20 Uhr am Freitag Abend begann man im Verkehrschaos auf Himmelreichallee, Adenauerallee und Hüfferstraße Autos zu entladen und Kisten mit Verkaufsartikeln zum Stand zu befördern. Den ganzen Abend – manchmal auch die Nacht hindurch – wurde verkauft, gefeilscht, gegrillt und gemütlich beisammen gehockt, bis mit aufziehender Morgendämmerung die Hauptverkaufszeit begann. Am späten Nachmittag war der Flohmarkt beendet, das Beladen der Autos mit den restlichen Waren fand wiederum im Verkehrschaos der umliegenden Straßen statt. Zurück blieb rund um die Promenade verteilt ein Müllberg, der (laut Veranstalter) größer war, als nach einem Rosenmontagsumzug.
Die Flohmarkt-Situation heute, Mai 2010:
Im April musste man sich über die Website www.flohmarkt-muenster.de den Platz für einen Privatstand sichern. Die zur Verfügung stehenden Verkaufsflächen auf den Wiesen und auf der Promenade waren in Parzellen von 3 x 3 Metern aufgeteilt worden. Eine solche Fläche konnte für eine Standgebühr von 7,50 € pro Stand gebucht werden. Pro Person waren maximal drei Stände zu buchen. Einfach hinkommen, aufbauen und seine Flohmarktsachen verkaufen, ist also inzwischen nicht mehr möglich.
Der Server für die Anmeldevorgänge war seit Inbetriebnahme chronisch überlastet, daher glich die Online-Anmeldung einem Glücksspiel: Wer keine Zeit hatte die Anmeldung immer wieder neu zu versuchen, keinen Zugang zum Internet hatte oder von der Neu-Organisation durch den Veranstalter (Halle Münsterland) nicht erfahren hatte, war gekniffen.
Erst zwischen 5.00 und 7.00 am Samstag Morgen konnte mit dem Aufbau der Verkaufsstände begonnen werden, die Nacht von Freitag auf Samstag war tabu. Für das Entladen von Autos und Anhängern war – je nach Standposition – jedem Verkäufer eine von drei Ladezonen zugewiesen worden. Dadurch – und nicht zuletzt auch durch die wesentlich geringere Anzahl an Händlern (große Wiesenflächen waren nicht freigegeben) – wurde das Verkehrschaos, das bisher beim Entladen entstand, deutlich reduziert. Vergleichsweise entspannt konnte man also seinen Flohmarkt-Krempel vom Auto zum Stand schaffen. Ebenso lief es beim Abbau am Nachmittag: Ab 17.00 waren die Ladezonen wieder nur für Händler zu befahren und damit ein zügiges und stressarmes Abbauen möglich.
Positiv überrascht hat die gute Annahme der bereit gestellten Müllabfuhr-Fahrzeuge: Wer seine Flohmarktartikel nicht komplett losgeworden ist, konnte die unliebsamen Überbleibsel quasi direkt an der Promenade an den Sperrmüll bzw. in die Altpapierentsorgung geben.
Fazit:
Unterm Strich ist das neue Organisationskonzept des Veranstalters aufgegangen. Die An- und Abfahrt der Verkäufer und ihrer Waren lief verhältnismäßig entspannt ab und die Menge des zurückgelassenen Mülls wurde sicherlich verkleinert.
Was aber ganz klar auf der Strecke geblieben ist, ist das Flair. Was den Flohmarkt auf der Promenade in Münster von anderen Flohmärkten bislang unterschieden hatte, war das einmalige Ambiente: Beim Schein von Kerzen auf den Tischen der Händler und mit einem Glas Wein in der Hand in einer lauen Sommernacht durch das bunte Treiben zu schlendern und zu feilschen war ein Erlebnis der besonderen Art. Solche Stimmen waren am 15.5.2010 in Münster sehr oft zu hören.
Wünschenswert wäre eine Mischform aus ‘altem’ und ‘neuem’ Flohmarkt: gute Organisation bei gleichzeitiger Förderung des ehemaligen Ambientes, z.B. durch Verkaufszeiten von Freitag Abend bis Samstag Nachmittag. Wenn es dem Veranstalter nicht gelingen sollte das ursprüngliche Flair wiederzubeleben hat der Flohmarkt in Münster seine besten Zeiten wohl hinter sich.

22.08.2010 – 18:42:04
Hallo,
ich bin sehr enttäuscht von der jetzigen Form des Flohmarktes. Veschiedentlich habe ich versucht mich anzumelden. Es war kein Durchkommen.
Nun bin ich selbst einmal hingefahren.
Im Gegensatz zu den früheren Märkten, waren noch sehr viel Standmöglichkeiten gegeben.
Am Informationsstand habe ich dort gegen 9.00 Uhr am Samstagmorgen erfahren, dass schon Leute ab 5.00 Uhr dort standen, um noh einen Platz zu bekommen.
Das ist doch sehr traurig.
Ganz besonders ist in meinen Augen natürlich die früher absolut wunderbare Athmosphäre Freitagsabend und -nacht verloren gegangen.
Schade.
Mit freundlichen Grüßen
Ruth Lewandowski