Stieg Larsson – Verblendung
Den spannende Auftakt des preisgekrönten Thrillers von Stieg Larsson bildet der Band ‘Verblendung’.
Der Thriller ‘Verblendung’ von Stieg Larsson ist der erste Teil jener bekannten Trilogie, die der Krimiautor vor seinem Tod im Jahr 2004 vollenden konnte. ‘Verblendung’ ist Larssons Debütroman und wurde in Schweden zum besten Buch des Jahres 2005 gewählt. Er schildert den Beginn der Ermittlungs-Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsjournalisten Mikael Blomkvist und der Computer-Expertin Lisbeth Salander, die auch in den beiden folgenden Bänden – ‘Verdammnis’ und ‘Vergebung’ – zentrales Thema ist.
Henrik Vanger ist 82 Jahre alt und war lange Zeit das Oberhaupt des Vanger-Konzerns. Er beauftrag den in einer Krise steckenden Wirtschafts-Journalisten Mikael Blomkvist mit Nachforschungen zu einer Familientragödie in den 60er Jahren. Damals verschwand urplötzlich Harriet Vanger, die Großnichte von Henrik Vanger und weder Polizei noch private Ermittlungen konnten darüber Aufschluss geben, was mit Harriet passiert sein könnte.
Als Mikael Blomkvist mit seinen Ermittlungen auf eine neue Spur stößt, wird ihm von seinem Auftraggeber die Computerexpertin Lisbeth Salander zur Seite gestellt, die mit ihren speziellen technischen Mitteln und Kenntnissen die Arbeit deutlich beschleunigt. Schnell finden die beiden heraus, dass es über viele Jahre hinweg eine Serie ungeklärter Morde an jungen Frauen in Schweden gegeben hat. Jeder dieser Fälle weist Bezug zu einer Bibelpassage auf. Als Mikael und Lisbeth beinahe zeitgleich herausfinden, wer hinter diesen Morden steckt, gerät Mikael in die Gefahr selbst zum Opfer zu werden. Aber was hat das alles mit Harriets Verschwinden zu tun? Ist sie wirklich zu einem Fall in dieser Mordserie geworden?
Zu guter Letzt stellt Lisbeth ihre Fähigkeiten als Hackerin unter Beweis und verhilft Mikael zu einem beachtlichen journalistischen Erfolg, der seinen ärgsten Widersacher in die Knie zwingt und eine politische Diskussion über organisierte Wirtschaftsverbrechen entfacht. Mikaels ist damit als Wirtschaftsjournalist rehabilitiert.
Ich bin mit einigermaßen hohen Erwartungen an ‘Verblendung’ herangegangen und hatte auf einen Thriller wie ‘Die Chemie des Todes’ von Simon Beckett gehofft. Ein kleines bisschen bin ich entäuscht worden. Auch wenn das Buch nie langweilig wurde, hatte es dennoch ein paar Längen. Besonders die umfangreiche Schilderung der verwandschaftlichen Zusammenhänge in der Familie Vanger fand ich streckenweise zu tiefgehend und verwirrend, ohne dass sie für den Handlungsverlauf wirklich von Bedeutung waren. Auch den Spannungsaufbau fand ich an manchen Stellen etwas schwach: Teilweise wurden Szenen in eher kühlem dokumentarischem Stil beschrieben, was zwar bei richtiger Wortwahl an sich schon Dramatik erzeugt, aber nicht immer spannungssteigernd ist. Steil ansteigende Spannungskurven habe ich nur wenige gefunden, aber das ist Jammern auf hohem Niveau…
Unterm Strich hat mir dieser Krimi aber dennoch sehr gut gefallen, sodass ich ihn gerne weiterempfehle. Auf die beiden folgenden Teile bin ich schon sehr gespannt. Wirklich schade, dass Stieg Larsson so früh verstorben ist, ich hätte ihm seinen Erfolg zu Lebzeiten gegönnt und gerne noch mehr von ihm gelesen.
