Rückblick ‘Als Mutter streikte’
Also insgesamt ist Eric Malpass’ Geschichte von der streikenden 3-fachen Mutter schon ganz kurzweilig und amüsant, aus heutiger Sicht streckenweise aber auch sehr hart an der Grenze was die beschriebene Familienstruktur betrifft.
Angesichts der Zeit der Entstehung dieses Buches (1970) verwundert es den geneigten Leser wenig, dass zahlreiche Beschreibungen in Bezug auf die Rollenverteilungen in der Familie und in der dörflichen Gemeinschaft ziemlich strikt sind und ein Ausbrechen aus den eingeschliffenen Strukturen direkt zu Konflikten führt. Ebenso spiegelt der Umgang der Hauptpersonen miteinander die Gesellschaft der frühen 70er Jahre deutlich wieder. Nicht zu verkennen sind dabei aber auch die Ansätze einer modernen Gesellschaft, in der z.B. die Mutter, Hauptperson im häuslichen Umfeld, kurz entschlossen die Koffer packt und für sechs Monate auf Reisen geht.
Wer sich für diese ironisch herübergebrachte Thematik interessiert wird sicherlich Spaß haben an diesem Buch.
Für mich geht es nun weiter mit Albert Camus’ ‘Die Pest’ - da scheint’s ziemlich ansteckend und finster zu werden.
