Frank Schätzing – Limit
‘Limit’ – das neueste Buch von Frank Schätzing – eine realitätsnahe Zukunfts-Vision mit garantierter Hochspannung.
‘Limit’ ist das neueste Werk von Frank Schätzing, stolze 1304 Seiten dick und ein wirklich guter Science Fiction-Krimi.
Die Geschichte spielt in den Jahren 2024 und 2025, also einer nicht allzu fernen Zukunft. Einige Schilderungen zukünftiger technischer und kultureller Errungenschaften scheinen bisweilen fantastisch, andere hingegen durchaus realistisch, zum Teil beinahe beängstigend realistisch. Bis ans Limit eben, und manchmal darüber hinaus.
Inhaltlich setzt sich der Thriller aus drei Handlungssträngen zusammen:
- Julian Orley betreibt nicht nur die Raumstation OSS, sondern auch Einrichtungen auf dem Mond: ein Luxushotel und eine Förderstation für Helium-3, dem Energielieferanten der Zukunft, der Öl und Erdgas ablösen soll. Für einige steinreiche Personen aus Wirtschaft, Politik und Medien-Business veranstaltet er eine Reise hinauf zur OSS und von dort zum Mondhotel, um diesen potentiellen Investoren die Beteiligung am Ausbau der Helium-3-Technologie schmackhaft zu machen.
- In Shanghai stößt der Cyber-Detektiv Owen Jericho bei der Suche nach einer chinesischen Dissidentin auf eine Gruppe regimekritischer Cyber-Aktivisten. Ihre Anführerin Chen (Yoyo) Yuyun ist auf der Flucht vor skrupellosen Killern – offensichtlich, weil sie etwas besitzt, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen darf. Als Jericho der Chinesin zu Hilfe eilt, gerät er selbst auf die Abschussliste und versucht zusammen mit Yoyo herauszufinden, wer sie verfolgt. Dabei erfahren die beiden mit Hilfe ihres Freundes Tu Tian, dass ein Anschlag auf eine Einrichtung von Julian Orley auf dem Mond geplant ist.
- Eine Reporterin in Kanada ist als Öko-Aktivistin bekannt und beschäftigt sich mit Ermittlungen über einen Mordversuch auf Gerald Palstein, den strategischen Leiter eines großen Ölkonzerns. Es macht sie stutzig, dass das Security-Personal den Vorfall nicht verhindern konnte. Sie zweifelt an der weit verbreiteten Meinung, ein frustrierter, von Arbeitslosigkeit bedrohter, Arbeiter des Ölkonzerns stecke hinter dem Schuss, der den strategischen Leiter nur leicht verletzte anstatt ihn zu töten.
Im von Juan Alfonso Mayé regierten Äquatorialguinea wird im Jahr 2022 ein Nachrichtensatellit in den Weltraum geschossen. Die Umstände, unter denen Mayé an die Macht geputscht worden ist, sind der Schlüssel, der die drei Handlungsstränge miteinander verbindet.
Zum wiederholten Mal ist es Frank Schätzing gelungen, eine fiktive Geschichte derart logisch und wissenschaftlich fundiert aufzubauen, dass der Leser jederzeit das Gefühl vermittelt bekommt: Ja, das passt, das kann wirklich sein.
Ich habe das Buch genossen und kann es nur dringend weiterempfehlen. Keine Angst vor der Dicke des Limit-Wälzers – er liest sich gewohnt locker-leicht und ist spannend bis zur vorletzten Seite.
