Charles den Tex – Die Zelle
Mit ‘Die Zelle’ ist Charles den Tex ein wirklich guter und beängstigend realitätsnaher Thriller gelungen.
‘Die Zelle’ von (dem mir bisher unbekannten niederländischen Autor) Charles den Tex ist ein knapp 450 Seiten dicker Krimi, der das Problem von Identitätsdiebstählen thematisiert. Vor allem durch das Internet sind Diebstähle von Kreditkartennummern oder Login-Daten mittlerweile an der Tagesordnung. Durch die zunehmende Vernetzung sämtlicher persönlicher Daten könnte es in dieser Hinsicht künftig weitere negative Vorkommnisse geben, wodurch dieses Buch auch in Zukunft stets aktuell sein wird.
Im konkreten Fall geht es um den Unternehmensberater Michael Bellicher, der als Zeuge eines Verkehrsunfalls unnötig lange verhört wird und währenddessen erfährt, dass er wegen eines anderen Unfalls mit dem Tod eines Radfahrers beschuldigt wird. Immer weitere kuriose Fakten treten nach und nach ans Licht: Bellichers Kredit ist geplatzt, er wird von dubiosen Männern verfolgt und ist plötzlich Besitzer eines heruntergekommenen Hauses inmitten von Gewächshäusern. Schnell wird klar: Jemand hat sich Bellichers Identität bemächtigt und stellt unter seinem Namen an, wozu er Lust hat.
Doch Bellicher sind die Hände geunden: Niemand glaubt ihm und er selbst hat keine Spur, die er verfolgen kann, um den Dieben seiner Identität näher zu kommen. Mit Hilfe seines Kompagnons Gijs und dessen Familie zeichnet sich ganz allmählich ab, wer hinter dem Datenklau steckt und wie es dazu kommen konnte.
Charles den Tex hat diesen Krimi zu einer Zeit herausgebracht, in der immer wieder große und kleine Skandale um den Diebstahl von sensiblen Daten durch die Medien geistern. Das von ihm beschriebene Szenario kommt daher so erschreckend plausibel daher, dass man sich in Zukunft zweimal überlegt, wo und wem man seine persönlichen Daten anvertraut.
Ein echt gutes Buch!
